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Goethe im Garten der Lüste

Goethe im Garten der Lüste

Wann: am 27.08.2011 ab 17.00 Uhr
Wo: Goethe Gartenhaus II Bad Sulza

„Wenn du nur wiederkömmest, wenn noch schöne Tage sind, dass wir noch mannichmal im Garten am Hause schlampampsen können, da freue ich mich drauf.“
Schrieb Christiane Vulpius im Juli 1793, womit sie nicht nur Goethe in den Garten gelockt, sondern die deutsche Sprache und Fantasie aufs Schönste bereichert hat.
In Würdigung der Bedeutungsvielfalt des „Schlampampsens“, stellt der Kunstverein „Apolda Avantgarde e.V.“ sein legendäres Sommerfest  in diesem Jahr unter das Motto „Goethe im Garten der Lüste“. Ort: das Goethe Gartenhaus Bad Sulza, welches „Kopie“ zu nennen der Originalität der dortigen Veranstaltung nicht gerecht würde. Wo museales Verhalten im Weimarer Domizil im Ilmpark Vorrang hat, ja haben muss, bewegt man sich im detailgetreuen Nachbau in Bad Sulza gerne ungezwungen bis hemdsärmelig, einfallsreich aber keineswegs respektlos. Das hat sich bei Kultur- und anderen Schaffenden des Gesamtkunstwerks Thüringens herumgesprochen, für die das Sommerfest der Apolda/Bad Sulzaer Toskanafraktion am Vorabend von Goethes Geburtstag eine willkommene Gelegenheit bietet, Geist und gutes Essen, launiges Programm und visionäre Gespräche zu verknüpfen, ohne beim ehrenden Goethe-Gedenken auf die Leichtigkeit des Seins zu verzichten. Unter solchen Vorzeichen „Goethe im Garten der Lüste“ zu feiern ist nahe liegend, aber auch nicht ganz unheikel, je weiter man sich vom Aspekt des Gartens weg- und auf das Phänomen der Lüste zubewegt.
Hier kommt Bettina von Arnim ins Spiel. Das Programm sieht die Lesung eines erst 1964 veröffentlichten Textes vor, in dem die für ihre exaltierte Goethe-Verehrung bekannte „Bettine“ eine brisante Begegnung mit dem Dichterfürsten aus dem Jahre 1811 in einem Gasthaus zu Teplice beschreibt. Was sich Bettina zufolge im böhmischen Abendsonnenlicht zwischen den beiden ereignet haben soll, wird in Bad Sulza von der jungen Erfurter Schauspielerin Anna Steinhardt vorgetragen, vielleicht ebenfalls im Abendsonnenlicht. Damit nicht genug. Auch Goethe hat etwas verfasst, was erst lange nach seinem Tode veröffentlicht wurde: „Das Tagebuch“ ist sein Gedicht unscheinbar betitelt und handelt von einer erotischen Begegnung, zumindest von dessen Anfangsstadium, in einem Gasthaus. Der Schauspieler Wolfgang Maria Bauer reist extra aus Wien an, um diesen Text, den Tomas Mann hoch gelobt hat, in Bad Sulza zu rezitieren. Allen Goethe- und Bettina-Forschern sei entwarnend versichert, dass die Bad Sulzaer Doppel-Lesung nicht suggeriert, Goethe und Bettina hätten ein und dasselbe Geheim-Rendezvous in zwei poetischen Sichtweisen bedichtet.
Weiter im Programm: das stilsichere Modetheater Gnadenlos Schick, Speisen und Getränke vom Hotel an der Therme, sowie vom Frankfurter Palmengarten freundlicherweise zur Verfügung gestellte Exponate der Ausstellung „Goethe und die Pflanzenwelt“. Denn auch der Gartenaspekt soll keinesfalls zu kurz kommen.

Info: Apolda Avantgarde e.V., Tel. 03644-515364

 

vom: 27.08.2011  bis: 27.08.2011   

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