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Mein Jakobsweg

Mein Jakobsweg
Auf den Spuren des Apostels Jakobus – Von Erfurt bis ans Ende der Welt

Wann: am 8.10.2010 ab 19:30 Uhr
Wo: im Conference Center in Bad Sulza

Was bewegt eine 45jährige Frau zu Fuß 12 Wochen lang 1800 km quer durch Europa zu laufen?
Was sucht und findet sie fernab der Heimat?

Anne-Kathrin Müller lässt Sie in diesem Vortrag an Ihren Erlebnissen teilhaben. Sie erzählt in der ihr eigenen lebendigen Art und Weise von ihren Erfahrungen auf dem Jakobsweg. Gestartet in der kleinen Gemeinde Andisleben, verbringt sie die erste Nacht im Augustinerkloster zu Erfurt und betritt zeitgleich historischen Boden. Der Jakobsweg führt mitten durch das Herz der Stadt. Er ist Teil des weltweiten Netzes von Jakobswegen und führt bis nach Santiago de Compostela und darüber hinaus zum Atlantik. Das Kap Finisterre war für unsere Vorfahren gleichsam das Ende der damals bekannten Welt.


Anne-Kathrin Müller erzählt am 08. Oktober 2010 um 19.30 Uhr im Conference Center in Bad Sulza von ihren Erlebnissen auf und mit dem Jakobsweg. Von Erfurt aus durchquert sie in 12 Wochen Teile Europas, legt zu Fuß 1 800 km zurück. Sie öffnet ihr Herz und ihre Seele und nimmt Sie mit auf ihren Weg. 

Leseprobe (Seite 74-74):

Kurzzeitig überlegte ich, ob es wohl verboten sei, sich in der freien Natur zu erleichtern.
Doch in Ermangelung von Alternativen löste ich mich von dieser Idee und schaute mich nach einem geeigneten Gebüsch um.
Spürbar tickt hier auch die Zeit anders. Alles scheint langsamer zu gehen, auch unsere Reisegeschwindigkeit passte sich an. Hier liegt in der Ruhe die Kraft und so pilgerten wir gemächlich durch die schöne Schweizer Landschaft. Der erste Tag empfing uns mit sanften Hügeln und wir freuten uns schon auf die höheren Berge. Die erste Nacht auf fremdem Boden verbrachten wir in einem kleinen Ort, dessen Name mir entfallen ist. Doch die Freundlichkeit des Gastwirts kann ich auch aus der zeitlichen Distanz noch deutlich spüren.
Der zweite Tag in der Schweiz öffnete mein Herz  und meine Seele. Die Wegmarkierungen waren so deutlich und zuverlässig, dass ich mich während des Gehens wieder völlig auf mein Innenleben einlassen konnte. Die Ordnung im Außen regt dazu an, auch im Inneren Ordnung zu schaffen. Viele Tränen flossen an diesem Tag. Viele Erinnerungen an meinen verstorbenen Sohn Stefan tauchten auf. Die Tiefenreinigung war in vollem Gange !
Abends dann genoss ich die heiße Dusche, um auch äußerlich die Reinigung bewusst zu zelebrieren. Erschöpfungsschlaf in Fischenbach, eingebettet in heftige Träume. Freundliche Menschen und nahrhaftes Essen gaben meinem Seelenschmerz die
erforderliche Basis, um zum Ausdruck zu kommen.
Kerstin hörte sich geduldig meinen Jammer an. Es tat unglaublich gut, dem Seelenschmerz mit Worten Ausdruck zu verleihen. Tränen wollen gesehen werden. In einem Buch von Jorgos Canacakis habe ich gelesen, dass nicht gesehene Tränen umsonst
geweint wurden. Da scheint etwas dran zu sein.
Mir ging es jedenfalls am anderen Morgen wesentlich besser. Während des Frühstücks kamen wir mit dem Pärchen vom Nachbartisch ins Gespräch. Die beiden wirkten sehr glücklich miteinander und erzählten uns, dass sie seit einem Jahr
verheiratet sind. Sie hatten sich vorgenommen, jedes Jahr ein paar Tage um ihren Hochzeitstag herum auf dem Jakobsweg zu gehen. Auf diese Art wollen sie symbolisch ihren gemeinsamen Lebensweg feiern.
Eine wunderbare Idee, finde ich. Sie wohnen in Bern und luden uns spontan ein, vor unserer Weiterreise mit dem Zug bei ihnen zu übernachten.

  

vom: 08.10.2010  bis: 08.10.2010   

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