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| maloca auerworld
Lernhaus für Umweltkreativität und nachhaltige Regionalförderung Ein internationales Gemeinschaftsprojekt mit dem Förderverein Auerstedt e.V., Träger des Weltweiten Expo Projektes "Liquid Sound in der Toskana des Ostens", zusammen mit dem internationalen Kinderhilfswerk OURCHILD e.V. , SINNAN e.V. und bbb e.V., das den Gedanken der nachhaltige Entwicklung konkret werden lässt. Die Gründung der Maloca Auerworld am Standort Auerstedt versinnbildlicht ein Prinzip, das sich im Bau wie auch in der späteren Nutzung dieses innovativen Gemeinschaftshauses wieder spiegelt: Die brasilianisch-thüringische Aktion stellt ein Modell für die Integration von gegenseitiger Hilfe und vernetztem Von-einander-Lernen dar, im Einklang mit unseren gemeinsamen Lebensgrundlagen über kulturelle, nationale und ökonomische Trennlinien hinweg. Ausgangspunkt ist der parallele Aufbau zweier sehr unterschiedlicher, geografisch entfernter Projekte: der Bau einer Jugend Maloca der Surui-Indianer im brasilianischen Rondonia sowie eines strukturgleichen Gebäudes im thüringischen Auerstedt bei Weimar. Im überschaubaren Zuschnitt ihrer regionalen Individualität sind beide Projekte der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Sie öffnen sich dem globalen Dialog unter gleichberechtigten, lernbereiten Partnern, sie fördern das Verständnis für Toleranz und Gegenseitigkeit. |
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| Die Eröffnung
Am 4. April 2006 wurde in Auerstedt nicht nur ein thüringisch-brasilianisches Gemeinschaftshaus eröffnet, sondern auch ein Forum: zum Beratschlagen der wirklich wichtigen Dinge zwischen kreativer Ökologie und regionaler Entwicklung. Die monatlich stattfindenden „Regen-, Wald- und Weltgespräche“ richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, an Experten, Laien, Denker, Tüftler und Praktiker aus der Region und der Welt. Ernst, spielerisch, und konstruktiv werden Hintergründe beleuchtet und Herausforderungen angenommen. Die globalen Zusammenhänge werden von der örtlichen Gemeinschaft aus gedacht. Planung, Vorbereitung, Bau und Gestaltung des Aufsehen erregenden Gebäudes sind nun abgeschlossen und wir freuen uns, dass den Bewohnern und Besuchern Auerstedts ein neues Weltdorfgemeinschaftshaus zur Verfügung steht. Die besondere brasilianisch-deutsche Geschichte der Maloca und welchem Auftrag das 'Lehr- und Lernhaus für Umweltkreativität und nachhaltige Regionalförderung in Auerstedt' verpflichtet ist, soll zur Eröffnung noch einmal dargestellt werden. Ein ermutigendes Grußwort kommt von Dr. Fritz Brickwedde, dem Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Maloca-Projekt von Anbeginn maßgeblich gefördert hat. Frau Christine Lieberknecht, Schirmherrin des Maloca Projekts, war anwesend. Claus Friese überbrachte einen Gruß des Häuptlings Anine von der Partner-Maloca aus dem brasilianischen Regenwal, Sylk Schneider sprach über sein Buch "Goethes Reise nach Brasilien". Tatsächlich hat sich Goethe intensiv mit den Aufzeichnungen des Brasilienforschers Carl Friedrich Philipp von Martius beschäftigt. Ebenfalls zugegen war Nanko van Buuren, der in Rio de Janeiro das IBiSS-Projekt zur Betreuung von Straßenkindern leitet, für das auch das Internationale Kinderhilfswerk Ourchild e.V. aus Thüringen Spenden sammelt und Patenschaften anbietet. Unser Dank am Tag der Eröffnung galt den engagierten Sponsoren, Planern und Handwerkern, den Architekten, Ingenieuren und Bauherren, den Institutionen und Privatpersonen sowie allen Unterstützern aus nah und fern, die das Projekt geduldig und engagiert begleitet haben und die schon während der Entstehungsphase die Idee einer Maloca auf zwei Kontinenten mit Leben gefüllt haben. Ebenfalls galt unser Dank dem LEADER+ Programm der Europäischen Gemeinschaft, über das seit 2003 Maloca-Projekte kofinanziert wurden. LEADER+ unterstützt auch die aktuelle Veranstaltungsreihe im Eröffnungsjahr 2006. Jeweils am 1. Dienstag eines Monats von Juni bis November finden in der Maloca Auerworld; Regen-, Wald- und Weltgespräche; zu wechselnden Themen statt. |
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Maloca: Trommelsession mit Kindern August 2006 |
| Charakteristisch für das Konzept ist ein aktiver Austausch von Ideen, Informationen und Menschen, die zukunftsrelevantes Wissen interdisziplinär vermitteln können. Globale Verknüpfungen werden vom Ort der regionalen Gemeinschaft aus gedacht und auf ihn bezogen.
Die Maloca ist ein traditioneller Ovalbau, der den Surui Indianern in der brasilianischen Provinz Rondonia als Schule und Gemeinschafsthaus dient. In einer Spendenaktion konnte Geld für eine neue Maloca des auf ca. 780 Personen reduzierten Stammes der Paiterei Surui gesammelt werden. Die Einweihung der Maloca in Brasilien war im August 2001. Inspiriert von der Architektur der Maloca und ihrer Nutzung, erwuchs bei den Unterstützern in Deutschland der Wunsch, eine Partner-Maloca auch am Standort Auerstedt zu errichten. Die Idee eines thüringisch-brasilianischen Parallelprojekts war geboren. Der Öffentlichkeit vorgestellt wurde es am 18. November 2000 im Schloß Auerstedt anlässlich der Eröffnung der "Projekt Grün" Ausstellung von Michael Müller, dessen Bilder die 100 Bezeichnungen für "Grün" der Regenwald-Indianer interpretieren.Baubeginn für die Maloca in Thüringen soll voraussichtlich im Sommer 2002 sein. Die Schirmherrschaft über das Maloca Auerworld Projekt hat die Präsidentin des Thüringer Landtags, Frau Christine Lieberknecht übernommen. Sie hat am 28. 06. 2001 zusammen mit dem Botschafter der Republik Brasilien, seiner Exzellenz Roberto Abdenur, in den Räumen der brasilianischen Botschaft in Berlin die Ausstellung "Projekt Grün / Maloca Auerworld" eröffnet. Das Projekt Maloca Auerworld richtet sich vorrangig an Jugendliche und betont das Recht jeder jungen Generation, sich auf eigene Art in der Welt zu bestimmen und zu entfalten. Schon beim Bau der Maloca Auerworld werden Jugendliche aus der Region über eine angeleitete AB-Maßnahme und andere Beteiligungsmodelle einbezogen. Sie können sich am praktischen Beispiel mit ökologischen Materialien und Bauweisen unterschiedlicher Herkunft auseinandersetzen. Zu Altergenossen aus anderen Kulturen werden Kontakte geknüpft, bei denen der eine den Horizont des anderen erweitert. Die Programme der Maloca Auerworld orientieren sich an folgenden Grundsätzen:
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| 1. Von einander lernen Gesucht und vermittelt werden funktionierende, übertragbare Modelle der Ökologie, der Ökonomie sowie eines glücklichen und fairen Zusammenlebens. Voraussetzung ist die Aufgeschlossenheit gegenüber der sozialen und kulturellen Vielfalt auf der Erde und die Bereitschaft, den besten Lösungen eine Chance zu geben, unabhängig von ihrem Ursprungsort. 2. Mit der Natur arbeiten 3. Kreativität fördern 4. Technik integrieren |
5. Horizont erweitern Maloca Motto "Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit"
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OURCHILD is AUERWORLD -
AUERWORLD is AUERSTEDT
| Am 31. Oktober 2000 hat die Expo 2000 ihre Pforten geschlossen. Die Themen der Weltausstellung bleiben jedoch weiterhin aktuell. Aus dieser Überlegung startete der Förderverein Auerstedt e.V., Träger des Weltweiten Expo Projektes "Liquid Sound in der Toskana des Ostens", zusammen mit dem internationalen Kinderhilfswerk OURCHILD e.V. und SINNAN e.V. ein internationales Gemeinschaftsprojekt, das den Gedanken der nachhaltige Entwicklung konkret werden lässt. OURCHILD e.V. bekam für das Projekt 5.000 Euro Spendengelder und konnte damit fast ein Drittel der Bauaktion finanzieren. Die Paiterei Surui, ein durch den Kontakt mit weißen Siedlern auf ca. 780 Personen reduziertes indianisches Volk mit ihrem Häuptling Gaami Anine Surui an der Spitze, kämpfen um den Erhalt ihrer Kultur, ihrer Sprache und Bräuche, sowie um den Erhalt ihrer Umwelt. |
In den letzten Jahren sind einige Häuptlinge und Stämme dazu übergegangen, ihre Reservate für schnelle Dollars von Holzkonzernen absägen zu lassen. Der Surui Häuptling Anine Surui sieht darin das sichere Verschwinden indigenen Lebens in naher Zukunft. Er ist einer der letzten führenden Indios, die sich der Korruption in den eigenen Reihen und dem Vordringen der Holzlobby in den Wäldern widersetzen.
Zugleich wächst überall auf der Welt das Verständnis dafür, daß ein Abholzen des Regenwaldes - der Lunge des Planeten - auch das Klima und die Lebensgrundlagen in den industrialisierten Ländern bedroht. Als Symbol der Hoffnung und der Verbundenheit sollen die beiden Malocas im brasilianischen Rondonia und in Thüringen entstehen. An beiden Orten dient der kunstvolle Naturbau als praktischer Lehr- und Lernort für Kinder und Jugendlichen. Hier wie dort soll Jugendlichen das Jahrhunderte alte Wissen über soziale und politische Strukturen, Mythologien, historische Überlieferungen, Medizin, Handwerkskunst, botanische Vielfalt und Nutzung, sowie den Umgang mit der einen und einmaligen Natur vermittelt werden. Schon der Bau der Maloca als eine Gemeinschaftsaktion auf zwei Kontinenten macht das Anliegen für alle nachvollziehbar und erlebbar. Beide Baugruppen werden übers Internet miteinander in Kontakt sein.
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