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[18.07.2009]
Indianische Schwitzhütte in Bad Sulza

Freitag, 17.07., 10:30 Uhr. Heute ist der Tag, an dem die neu erbaute Sweat Lodge (indianische Schwitzhütte) in der Toskana Therme erstmalig ihre Türen für ein Pre-Opening öffnet. Rund 15 geladene Gäste haben die Ehre, an der Initiation und Einweihungszeremonie für die jüngste Attraktion in Bad Sulza teilzunehmen und gespannte Erwartung steht in den Gesichtern derer, die sich zur Vorbesprechung im Conference Center versammelt haben.

Zugegeben: Als ich selbst die neue Sweat Lodge einige Tage zuvor erstmalig in Augenschein nehmen kann, bin ich skeptisch. Als „Mercedes unter den Schwitzhütten“ wird sie augenzwinkernd von der Initiatorin Marion Schneider, Geschäftsführerin der Toskanaworld GmbH bezeichnet, und ungewöhnlich bis untypisch ist sie tatsächlich: Fest auf dem Gelände der Saunalandschaft installiert, so geräumig, dass man aufrecht darin stehen kann, eine abschließbare Holztür ziert den Eingang und die Innenwände sind mit hitzebeständigem Material verkleidet, so dass man sich bequem anlehnen kann. Vor der Schwitzhütte liegen alle Utensilien bereits angeordnet und auf ihre weitere Verwendung wartend: Ein großer Holzstapel, ein Berg von Steinen sowie eine ordentlich eingerichtete Feuerstelle.

  

Was wohl ein traditionell arbeitender Schamane dazu sagen mag, hab ich mich gefragt? Ein Zeremonienmeister, für den das gemeinsame Erbauen der Schwitzhütte, das Sammeln des Holzes und der Steine ein ganz elementarer Bestandteil des Rituals ist? Ein wenig habe ich die Befürchtung, dass dies das Bild vieler Schamanen von uns als „verweichlichte mitteleuropäische Luxusgeschöpfe“ eher unterstreichen könnte.Meine Zweifel werden weggewischt, als Blue Wolf vom Stamm der Muscogee das Conference Center betritt.

Mir wird bewusst, woher er seinen Namen hat, denn ich sehe in die klarsten und tiefsten blauen Augen, die mir jemals begegnet sind. Erfahren, vertrauenswürdig und absolut authentisch sind die Worte, die mir dazu einfallen. Ich bin mir sicher in diesem Augenblick, dass dieser Mann seine Arbeit und seine Ideale an jedem Ort der Welt mit derselben inneren Würde zu vertreten bereit und in der Lage ist.

Blue Wolf erklärt den Teilnehmern das Ritual, er sagt nicht viel, aber was er sagt, hat Hand und Fuß. Ich bin fasziniert davon, mit welcher Selbstverständlichkeit sein Stamm die Erkenntnisse über Jahrhunderte hinweg in das tägliche Leben integriert hat, wofür wir hier im Westen immer noch glauben, Beweise der Quantenphysik und Filme wie „The Secret“, „The Bleep“ oder auch  „Harry Potter“ zu benötigen:

      

Mit „all my relations“ (alle meine Verwandten) werden wir begrüßt und begrüßen wir uns: Ich bin Du – und Du bist ich. „The more you care about yourself, the better feel people around you.” In der freien Übersetzung: Je mehr Du an und mit Dir selbst arbeitest, desto besser geht es den Menschen in Deinem Umfeld. Und: Der Ursprung allen Leides auf dieser Erde liegt in uns selbst, in jedem Einzelnen. Wir können die Welt nur dann verändern, wenn wir damit beginnen, eine hohe Qualität an Menschlichkeit, Liebe und Würde in unser eigenes Leben zu bringen.
Wir selbst sind die Schöpfer unserer Wirklichkeit: Wir halten unsere Erinnerungen für Realität und unsere Träume für Fiktionen. Das Problem besteht darin, dass wir vergessen haben, dass beides gleichermaßen Imaginationen sind, die unserer eigenen, subjektiven Vorstellungskraft entspringen. Wahrheit - finden wir in unseren Herzen. Sagt Blue Wolf. Punkt.

Für die nun folgende Schwitzhütten-Zeremonie, die nach schamanischem Verständnis einem Geburtsprozess gleichkommt, konkretisieren die Teilnehmer Ihre Vision eines neuen Lebens: Wir stellen uns vor, dass wir nicht Menschen, sondern lichtvolle Wesen vom Stern der Plejaden sind, die sich dazu entschlossen haben, eine Zeit auf der Erde zu verbringen. Und wir haben uns hier getroffen, heute in Bad Sulza, an einem besonderen Ort zu einer besonderen Zeit, um neu geboren zu werden.

Anschließend begeben wir uns gemeinsam zur Sweat Lodge und wissen uns in guten Händen: Der Firekeeper (Hüter des Feuers), Ulrich Kampf, hat in der Zwischenzeit dafür gesorgt, dass die Steine im offenen Feuer glühend heiß wurden – und der Waterkeeper (Hüterin des Wassers), Musia Heike Bus, kümmert sich darum, dass Schwitzhütte und Teilnehmer nach jeder Runde mit Wasser versorgt werden. Micky Remann hat die besondere Aufgabe des Torhüters übernommen.

Er schützt das Gelände um die Schwitzhütte und achtet darauf, dass uns die neugierigen Blicke anderer Gäste nicht zunahe kommen, denn: Ein Geburtsvorgang ist heilig und darf nicht gestört werden.

Über vier Runden begeben sich die Teilnehmer nun in den Prozess der inneren und äußeren Reinigung. Jeweils 8 heiße Steine, die unsere ältesten Großväter repräsentieren, werden vor jeder Runde vom Hüter des Feuers in die Mitte der Lodge gebracht.

In der Schwitzhütte ist es sehr heiß, vollständig dunkel – und doch irgendwie vertraut. Ich versuche, möglichst flach zu atmen, um die Hitze erträglich zu machen und fühle mich gleichzeitig geborgen wie im Mutterleib. Mit indianischen Trommeln und Gesang, begleitet von Blue Wolf und Gudrun Apel, unterstützen wir gemeinsam die traditionellen Prozesse: Die erste Runde gilt dem Prozess des Erwachens, die zweite der Beteiligung an der großen Heilung, die dritte der Ehrung der Ahnen und die vierte Runde der Liebe und kraftvollen Integration der neuen Erkenntnisse im täglichen Leben.

Das Ritual dauert insgesamt etwa drei Stunden und als wir die Schwitzhütte wieder verlassen, fühle ich mich wie 90 Grad gewaschen, müde, glücklich und unendlich bereichert. Allen anderen geht es ähnlich, jeder für sich hatte seine persönlichen und ganz besonderen Erlebnisse. Ob ich nun glaube, dass die Menschheit von den Plejaden abstammt? Nun ja, wer weiß? Sicher ist: Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass jeder selbst über die Kraft und auch die Macht verfügen, das Leben zu verändern und zu gestalten.

   

Und es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir neu geboren werden können in jedem Augenblick unseres Lebens: Immer dann, wenn wir uns mit einem einfachen „Ja“ dafür entscheiden.´

Wer selbst an dieser bereichernde Erfahrung teilhaben möchte: Die nächsten Sweat-Lodge Zeremonien mit Blue Wolf in der Toskana Therme finden statt am 5. und 7. Februar 2010. Mehr Informationen und Anmeldungen unter info@toskanaworld.net oder hier.

Redaktioneller Beitrag von Martina Nergl  18.07.09

  




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